Ich habe eine Vision: Mein Sohn wohnt auch in Zukunft weiter in Ostholstein und hat hier einen qualifizierten Arbeitsplatz oder erreicht diesen in kurzer Zeit bequem mit der Bahn.

Vielleicht arbeitet er sogar auf der anderen Seite des Fehmarnbelts bei unseren dänischen Nachbarn und fährt täglich mit seinem mit Windstrom geladenen Elektroauto durch den Fehmarnbelt-Tunnel.


Ganz einfach: Weil mir die unbedacht in Vorgärten aufgestellten und auf Autos geklebten blauen Kreuze und die totale Verweigerungshaltung dahinter immer mehr auf den "Keks" gehen! Und wenn ich mich mal umhöre, dann bin ich damit alles Andere als alleine.

Ich bin immer mehr zu der Einschätzung gelangt, dass wir, die die Chancen der festen Beltquerung und der Hinterlandanbindung sehen und die für ein neues, modernes Ostholstein sind, dass in Zukunft nicht nur ausschließlich touristisches Hinterland bleibt, ebenfalls die Stimme erheben sollten. Es kann nicht sein, dass vergleichsweise wenige die Meinungsführerschaft für eine ganze Region für sich beanspruchen!

Zudem gab es zwei ganz konkrete auslösende Ereignisse:

  • Ich habe mal einen der "blaubekreuzigten Vorgärtner" befragt, ob er denn gar nicht die Chance für seine Kinder sieht, dass diese zukünftig mal hier in der Region einen höher qualifizierten Arbeitsplatz finden könnten. Ich erhielt als Antwort, dass er sich darüber noch gar nicht so recht Gedanken gemacht hätte. Er wüsste eigentlich gar nicht so recht, ob er wirklich gegen die feste Fehmarnbelt-Querung ist (das Eine oder Andere Kreuz, vielleicht gar nicht so wenige, stehen wohl aufgrund eines gewissen "Gruppenzwangs" in den Vorgärten).
  • Hatte ich das Vergnügen mit einem unserer dänischen Nachbarn aus meiner Branche gemeinsam im Zug zurück aus Frankfurt zu fahren und ein sehr nettes Gespräch zu führen. Als ich ihn fragte, wie er denn nun zurück nach Hause kommt (30km unterhalb von Kopenhagen), erzählte er mir, dass er mit dem Zug nach Kiel fährt, um dann mit dem Auto über den Storebælt nach Hause zu fahren. Und eine ganze Reihe seiner Kollegen würden das ebenso tun. Er äußerte sein Bedauern darüber, dass die von ihm herbeigesehnte feste Beltquerung auf der deutschen Seite ja nur boykottiert werden würde. Ich versicherte ihm, dass das ja nur einige Wenige sind und er fragte mich (zu Recht): "Und warum tut Ihr nichts dagegen?"

Und als ich mich dann mit den (vermeintlichen) "Argumenten" der selbsternannten Retter, mit der tumben Panikmache und der kategorischen Verweigerungshaltung näher beschäftigt habe, brauchte ich schlichtweg ein Ventil, um meinem Ärger über die geradezu platte Argumentation und teils arg verfehlte Rhetorik Luft zu machen.

Ich kann nur jeden dazu aufrufen, sich konstruktiv mit der festen Beltquerung auseinanderzusetzen, natürlich auch berechtigte Einsprüche einzulegen und sich für verträgliche Lösungen einzubringen. Wir sollten nicht immer nur an uns, sondern auch an die Zukunft unserer Kinder und der ganze Region denken.

Die feste Fehmarnbelt-Querung wird kommen! Und das besser früher (für unsere Kinder) als später (für unsere Enkelkinder)! Der einzige Erfolg der Aktionen der selbsternannten Retter wird eine weitere Verzögerung und Verteuerung sein. Und Letzteres kann nicht im Sinne der Steuerzahler sein.

Und wir sollten dabei noch etwas bedenken: Wenn der Ausbau der Hintelandanbindung auf unserer Seite durch immer neue, sinnlose Störfeuer stetig weiter verzögert wird, dann werden wir dafür einen hohen Preis zahlen. Denn ohne eine funktionierende Hinterlandanbindung werden die Beeinträchtigungen nach Fertigstellung des Tunnels auf unserer Seite tasächlich "unerfreulich" werden. Und das trifft uns dann alle! Wir sollten es nicht soweit kommen lassen.

belt

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